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Ratgeber prämenstruelles Syndrom

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Prämenstruelles Syndrom
Entstehung eines prämenstruellen Syndroms

Das prämenstruelle Syndrom zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome aus. Die Beschwerden reichen von leichteren physischen Zuständen bis hin zu schweren seelischen Einschränkungen und können sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten. Eine allgemein gültige Ursache gibt es für die Entstehung des prämenstruellen Syndroms nicht. Auch Mediziner können bis heute keine eindeutige Aussage über die auslösenden Faktoren des prämenstruellen Syndroms treffen. Allerdings wird vermutet, dass die Beschwerden mit den Hormonschwankungen beim Monatszyklus der Frau zusammenhängen. Auch die generelle Verfassung und Lebenssituation der Frau spielen bei der Entstehung eines prämenstruellen Syndroms scheinbar eine erhebliche Rolle.

Entstehung eines prämenstruellen Syndroms

Im Alter von zehn bis 14 Jahren wird der weibliche Körper geschlechtsreif und junge Mädchen bekommen zum ersten Mal ihre Regelblutung (sog. Menarche). Bis zur Menopause, die individuell verschieden zwischen dem 48. und 55. Lebensjahr einsetzt, begleitet der monatliche Menstruationszyklus das Leben einer jeden Frau. Während des Monatszyklus durchläuft der weibliche Körper eine komplexe Kombination aus verschiedenen Phasen, an der sowohl Hormone als auch die weiblichen Geschlechtsorgane und das Gehirn beteiligt sind. Durchschnittlich dauert ein Zyklus 28 Tage, wobei Abweichungen von bis zu drei Tagen im Normalbereich liegen.

Der Menstruationszyklus der Frau besteht aus zwei Phasen: Die sogenannte Follikelphase (auch Desquamations- oder Proliferationsphase genannt) beginnt mit dem Tag der einsetzenden Menstruation und ist in ihrer Dauer von Frau zu Frau verschieden. Mit dem Eisprung beginnt die zweite Phase im Zyklus, die sogenannte Gelbkörperphase (auch Luteal- oder Sekretionsphase genannt). Untersuchungen zufolge ist diese Gelbkörperphase unmittelbar an der Entstehung des prämenstruellen Syndroms beteiligt.

Entstehung eines prämenstruellen Syndroms: Der Östrogenabfall im Zyklus

Mit der Ausschüttung des Gelbkörperhormons Progesteron und dem gleichzeitigen Abfall des Östrogenspiegels bereitet sich der Körper auf das Einnisten einer Eizelle vor. In dieser zweiten Phase machen Frauen sozusagen einen Östrogenentzug durch. Das Östrogen ist ein aktivierend wirkendes Hormon, welches unmittelbar auf die Psyche der Frau einwirkt. Der Östrogenabfall kann deshalb für die Entstehung eines prämenstruellen Syndroms (insbesondere prämenstruelles Syndrom-A und prämenstruelles Syndrom-D) verantwortlich sein.

Entstehung eines prämenstruellen Syndroms: Der Prolaktinanstieg im Zyklus

Während der Östrogenspiegel in der zweiten Phase sinkt, steigt die Konzentration des Hormons Prolaktin. Dieses Hormon sorgt für eine natürliche Aktivierung der Brustdrüsen. Untersuchungen zufolge könnte der Anstieg des Prolaktins auch für Wassereinlagerung in den Brustdrüsen und anderem Gewebe verantwortlich sein und eine Verschiebung im Elektrolytehaushalt der Frau verursachen. Der Prolaktinanstieg steht deshalb im Zusammenhang mit der Entstehung eines prämenstruellen Syndroms (insbesondere prämenstruelles Syndrom-H und prämenstruelles Syndrom-C).

Entstehung eines prämenstruellen Syndroms: Der Progesteronabfall im Zyklus

Wenn die Eizelle unbefruchtet bleibt, sinkt der Gehalt am Progesteron, die Eizelle stirbt ab und die Schleimhaut wird abgestoßen. Auch während dieser Phase kann es zu Hormonschwankungen kommen, die bei Frauen zur Entstehung eines prämenstruellen Syndroms führen können.

Entstehung eines prämenstruellen Syndroms: Veranlagung der Frau

Die Hormonschwankungen in der Gelbkörperphase können unmittelbar an der Entstehung eines prämenstruellen Syndroms beteiligt sein. Es besteht ein kompliziertes Wechselspiel zwischen diesen Hormonschwankungen und der generellen psychischen und körperlichen Verfassung der Frau.

Frauen, die Probleme im psychosozialen Umfeld haben oder oft gestresst sind, sind häufiger von der Entstehung eines prämenstruellen Syndroms betroffen. Auch die Stärke des Immunsystems und Stoffwechsels spielt bei der Entstehung des prämenstruellen Syndroms eine Rolle. Frauen mit Vitamin- oder Mineralstoffmangel leiden häufiger an Symptomen des prämenstruellen Syndroms, als solche, die durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und erbliche Veranlagung eine gute Verfassung aufweisen.

Sabrina Mandel

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In der Gynäkologie und medizinischen Fachsprache werden Beschwerden vor der Menstruation als prämenstruelles Symdrom, kurz PMS, bezeichnet. Umfragen zufolge sind dreiviertel aller Frauen vom prämenstruellen Syndrom betroffen. Weil sich die Symptome des prämenstruellen Syndroms sehr vielseitig und von Frau zu Frau verschieden auswirken, sind sowohl Diagnose als auch Therapie meist schwierig und zeitintensiv. Hinzu kommt, dass die Beschwerden bis zu zwei Wochen vor der kommenden Regelblutung eintreten können, sodass die körperlichen und seelischen Beschwerden häufig gar nicht mit dem Zyklus in Verbindung gebracht werden. Die Therapie des prämenstruellen Syndroms richtet sich deshalb häufig nach den Symptomen und weniger nach den Ursachen.

Bis heute gibt es Missverständnisse und Unsicherheiten zum Thema prämenstruelles Syndrom. Gerade weil die Symptome so unterschiedlich und von Frau zu Frau verschieden sind, fühlen sich viele Betroffene allein gelassen und sehen die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms als gegeben und nicht beeinflussbar an. Doch das prämenstruelle Syndrom ist heute ein medizinisch anerkannter Symptomenkomplex. Eine besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms ist die prämenstruelle dysphorische Störung. Die auftretenden Beschwerden können eine große psychische Belastung darstellen und unter Umständen Auswirkungen auf das gesamte Leben der betroffenen Frauen haben. Eine Dokumentation des Zyklus kann bei der Diagnose einer prämenstruellen dysphorischen Störung hilfreich sein.

Therapie Prämenstruelles Syndrom

Für die Therapie eines prämenstruellen Syndroms stehen unterschiedliche Behandlungsstrategien und Verfahren zur Auswahl. Die Entscheidung zur einer Therapie beim prämenstruellen Syndrom richtet sich im Wesentlichen nach den Beschwerden und Symptomen der Patientin. Ein erster Therapieschritt ist meist eine Linderung der Symptome, häufig in Form von Schmerzmitteln.

Zur Therapie des prämenstruellen Syndroms im schwerwiegenderen Fall der prämenstruellen dysphorischen Störung, bietet sich eine Therapie zum hormonellen Ausgleich während der Gelbkörperphase im Zyklus an. In diesem Fall wird der behandelnde Arzt in der Regel eine geeignete Therapie mit entsprechenden Arzneimitteln einleiten.